Donnerstag, 11. September 2025

Eine kleine Katze namens Reza - Fortsetzung Teil 64

 Meine lieben Katzenfreunde,


wie es meine Mama angekündigt hat, erzähle ich nun selbst von meinem Besuch beim Tierarzt.

Es ist ein schöner Spätsommermorgen, die Sonne lacht vom Himmel und nur im Schatten ist es ein bischen kühl. Aber wir haben nur ein kurzes Stück des Wegs zum Tierarzt und so genieße ich es, auch einmal an der frischen Luft zu sein und die Vögel zwitschern zu hören. Allerdings sitze ich im Katzenkorb, das ist auf der einen Seite bedauerlich, auf der anderen Seite bin ich da in Sicherheit. Wir haben Glück, vor der Praxis stehen nur zwei Fahrräder, eines gehört dem Tierarzt und eines...na, da weiß ich nicht so genau, ich tippe mal auf seine beste Helferin. Kaum stehen wir an der Theke, nein, es gibt weder Bier, noch Schnaps oder Milch, da kommt der Tierarzt, ha, mein Freund, der Bart, ganz persönlich. Er ruft im Computer meine Daten auf, dann bittet er uns, eigentlich nur meine Mama, im Wartezimmer Platz zu nehmen. Ich darf auf Mamas Schoß Platz nehmen, allerdings wieder im Katzenkorb und so schaue ich mich um. Ich gucke, ich schaue - ups, was ist denn das? Meine Mama hat so ein Ding vor Mund und Nase, ach ja, das nennt sich MNS und das müssen jetzt alle Menschen in Räumen tragen. Dann höre ich, wie sich eine Tür öffnet und meine Mama und ich ins Sprechzimmer geholt werden.
Der Katzenkorb wird geöffnet und meine Mama setzt mich in eine Schale, dann werde ich gewogen: 3540 g. Die Tierarzthelferin notiert mein Gewicht, dann kommt mein Freund, der Bart. Er hat ein Medikament dabei, genauer einen Fluraner, da ich noch vor einem Vierteljahr einige Flöhe hatte und zur Beseitigung die erste Portion bekam. Jetzt habe ich keine Flöhe mehr, aber zur Sicherheit war eine zweite Portion nötig. Und meine Krallen sollten auch geschnitten werden. Fluraner ins Fell träufeln, Krallen schneiden? Die Show konnte beginnen 
Am Anfang tat ich so, als könne ich keine Wässerlein trüben und ließ mich von meiner Mama ganz bereitwillig am Nackenfell halten. Dann rollte ich mich auf die Seite und angelte gleich nach dem Bart, der meine Krallen ziemlich fürchtet. Prompt ging er ins Nebenzimmer um sich Hilfe zu holen. Ich war schon gespannt, wieviele Leute sich diesmal mit mir beschäftigen würden, immerhin waren es einmal vier Stück: der Bart, eine Tierärztin und zwei Helferinnen 
Da kam dann auch seine älteste Helferin und sie hatte einen neuen, gemeinen Griff gelernt. Da saß ich nun wie in einer Art menschlichem Schraubstock, der Fluraner wurde in den Nacken geträufelt und meine schönen Nägel so einfach abgezwickt  . Dann durfte ich zurück in den Katzenkorb, dort schmollte ich erst einmal. Keine Aufführung a la Aal, sondern der gemeine Griff! Aber ein kleiner Triumph blieb mir dann doch, der Tierarzt meinte nämlich, dass ich ganz schön kapriziert sei  . Naja, antwortete meine Mama, ich hieße auch Reza - rebellische Zange.
Wir zahlten dann noch und es ging wieder hinaus, in die Wärme und die Sonne 

Ich wünsche Euch allen ein schönes Wochenende!

Eure Reza (wehe, es sagt jetzt jemand "Rebellische Zange", dann erscheine ich fauchend und spuckend im Traum...)

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